| Das Theaterunternehmen Selliers bekam 1741 das leerstehende Ballhaus zur Verpachtung an Schauspieltruppen. 1776, nachdem es unter die Administration des Hofes gestellt wurde, begann die Glanzzeit der deutschsprachigen Schauspielkunst und einige Jahre später bekam es den Namen „K.K. Hoftheater nächst der Burg“. Direktor Joseph Schreyvogel holte Franz Grillparzer an die Burg und leitete durch sein Bemühen um die Weimarer Klassik die erste Blütezeit des Theaters ein. Heinrich Laube war nicht zuletzt durch seinen anspruchsvollen Spielplan dafür verantwortlich, dass ein grandioses Schauspielerensemble an die Burg kam und das berühmte Ensemble ist die wichtigste Konstante des Theaters. 14 Jahre lang wurde umgebaut und am 14.10.1888 wurde das neue Haus wieder eröffnet von Gottfried Semper und Karl Hasenauer. Das ehemalige Hoftheater wurde dem Staat zur Verwaltung übergeben und obwohl es seit 1919 den Namen „Burgtheater“ trägt hat es an der Rückseite und Stirnseite immer noch die alte Aufschrift „K.K. Hofburgtheater“. Die politische Veränderung im Jahre 1938 machte auch vor dem Theater nicht halt, die Direktion wurde ausgetauscht, einige Künstler mussten emigrieren und während der letzten Kriegstage wurde es durch Bombeneinschläge und einen ungeklärten Brand stark bschädigt. Das Esemble des Burgtheaters zog ins „Etablissement Ronacher“, wo es für 10 Jahre eine Ersatzheimat fand. 1955 war das Burgtheater wieder bezugsfertig. Claus Peymann leitete als Regisseur und Direktor das Burgtheater, von 1986 bis 1999. Er festigte den Ruf des Theaters durch zahlreiche Uraufführungen von Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek, Peter Handke, Peter Turrini und George Tabori. Seit 1999 wird die eigenständige GmbH Burgtheater von Klaus Bachler geleitet und sowohl international anerkannte Künstler wie Andrea Breth, Luc Bondy, Declan Donellan, Klaus Michael Grüber, Silviu Purcarete und Peter Zadek, als auch junge, erfolgreiche Regisseure einer neuen Generation der deutschsprachigen Theaterszene wie Andreas Kriegenburg, Sven-Eric Bechtolf, Martin Kušej und Karin Beier gehören zum Repetoire des aktuellen Burgtheaters. |